2011-01-29 13:01 von Admin
Neben den über hundert Vorschlägen der Verwaltung sind inzwischen über 1300 Sparvorschläge der Bürger eingestellt worden. Über die Qualität aller Vorschläge kann sich jeder informieren – sofern er einiges an Zeit investiert und sich im Dschungel der Möglichkeiten nicht verirrt. Fair sollte es allerding dabei zugehen. Und das heißt für uns, das alle Tatsachen der einzelnen Bäder neutral allen Lesern bereitgestellt werden.
Wir haben ins in den Dschungel der Vorschläge begeben und die Vorschläge bezüglich der Bonner Bäder mal genauer betrachtet. Zur gezielten Suche und Abstimmung hier die Vorschlägsnummern der Verwaltung: D31: Beuler Bütt, D32: Frankenbad, D33: Kurfürstenbad, D34: Friesi, D35: Hardtbergbad, D36: Römerbad, D37: Ennertbad, D38: Melbbad.
Um es vorweg zu nehmen. Wir haben leider nicht den Eindruck gewonnen, dass bezogen auf das Melbbad hier immer mit fairen und neutralen Beschreibungen gearbeitet worden ist. Unrichtigkeiten, fehlende Textpassagen, verwirrende Angaben. Besucherzahlen aus 2010, Zuschußbedarfszahlen aus 2009, wie soll hier etwas verglichen werden ? Hier fehlt in unseren Augen die Sorgfalt, die bei solch wichtigen Entscheidungen nötig ist.
Einleitung der Diskussionsvorschläge
Bei acht gleichartigen Vorschlägen, erwartet
man, dass bei jedem Vorschlag (Bad) die allgemeine Ausgangsbeschreibung als
Einleitung identisch ist. In den
ersten Tagen der Bürgerbeteiligung war sie das nicht, aktuell ist sie bei 7 Bädern identisch, beim Melbbad fehlt der folgende Absatz. Hat die
Verwaltung für das Melbbad kein Ziel mehr ?
"Ziel der Verwaltung ist es, in den kommenden Jahren das Bäderdefizit um 700.000 Euro zu verringern. Vorbehaltlich anderer Alternativen, wie beispielsweise die rechtliche Umwandlung in eine Bäder GmbH, Übernahme einzelner Bäder durch Fördervereine et cetera, kann dies nur durch weitere Schließungen erreicht werden.“
Der
individuelle Teil:
„Das Melbbad
ist neben dem Römerbad das zweite Freibad im Stadtbezirk Bonn. In der Saison
2010 besuchten dieses Bad, deren Becken 2009 für rund 3 Millionen Euro saniert
wurden, 83.000 Badegäste. Für eine künftige Nutzung muss dringend das marode
Umkleidegebäude saniert werden, was aber gegebenenfalls durch einen Investor
durchgeführt werden könnte.
Auf Basis der
betriebswirtschaftlichen Ergebnisrechung aus dem Jahr 2009 beträgt der
Zuschussbedarf für das Melbbad rund 536.000 Euro pro Jahr. (Einnahmen: 141.000
Euro, Belastung 677.000 Euro)“
Wieviel
Bürger, wie viel Bad ?
Nehmen wir zum Vergleich die individuelle
Beschreibung des Hardtbergbads:
„ Das Hardtbergbad ist das einzige Kombibad in Bonn und lässt sich durch
entsprechende Synergieeffekte wirtschaftlich sinnvoll betreiben. Andererseits
liegt es am Stadtrand und im kleinsten Stadtbezirk. Es kommt in hohem Maße
Badegästen außerhalb Bonns zugute. Die monatliche Besucherzahl (nur
Schwimmhalle) liegt bei 9.000 im Schnitt, den Freibadteil besuchten 2010 rund
90.000 Gäste (Platz 1 der Bonner Freibäder).“
„...Es kommt in hohem Maße Badegästen außerhalb Bonns zugute“, Hm, was soll man davon als Bonner Bürger im Einzugsgebiet des Melbbads halten ?
Es findet sich auch kein Wort davon wieder, dass der Stadtbezirk Bonn mit über 146.000 Einwohnern der größte der vier Stadtbezirke ist. „ ... mit einer Fläche von 64,2 km² (entspricht 45 Prozent der Gesamtfläche des Bonner Stadtgebietes)“
Rechnen wir mal: Sollte wirklich das Melbbad geschlossen werden, bleibt rechnerisch ein Freibad (Römerbad) am Rande des Stadtbezirks für 45% der Bonner Bevölkerung, drei Freibäder für 55% der Bevölkerung. Natürlich, in der Wirklichkeit mischt es sich, aber Tatsache bleibt: Das Melbbad liegt zentral für zahlreiche Bonner im größten Stadtbezirk. Ein Bäderkonzept sollte sich nach der Bürgerzahl und ihrer Verteilung richten. Und wenn es sich dann ergibt, dass das Stadtbezirk Bonn wesentlich größer ist als die anderen und dass darin mehr Menschen wohnen, ist es doch sinnvoll, dass es 2 Freibäder darin geben sollte. Zumal das Römerbad und das Melbbad sehr weit entfernt von einander, klar profiliert und extrem gut besucht sind. Daher kann man sie, kaum als alternativ betrachten!
Besucherzahlen
– Es kommt auf die Sichtweise an....
Nehmen wir noch mal die Beschreibung
des Hardtbergbads: „...den Freibadteil
besuchten 2010 rund 90.000 Gäste (Platz 1 der Bonner Freibäder).“
Völlig klar:
Das Hardtbergbad hat als erstes im Mai geöffnet und war bis zum Schluß der
Freibadsaison geöffnet. Stellen
wir einmal eine andere Rechnung an: Das Hardtbergbad hatte 2010 137 Tage geöffnet,
bei 93.070 Besuchern ergibt sich pro Tag ein Besucherandrang von 679. Das Melbbad hatte
nur 99 Tage geöffnet, es kamen
aber 839 Besucher pro Tag, insgesamt 83.103. Es kommt halt auf die Sichtweise an. Nachzulesen
im „Eckpunktepapier“ . Die Aussage "Platz 1 der Bonner Freibäder" ist aber nicht richtig, der gehört 2010 bezogen auf die Tagesbesucher dem Römerbad mit 940 Besuchern.
Attraktivität
Im Ennertbad hat es geklappt: Umgestaltung in
ein Karibikbad und schon steigen die Besucherzahlen. Das zeigt wo Engagement
und Ideen umgesetzt werden, werden Angebote gerne angenommen.
Im Melbbad hat in vielen Jahren der Verein sich um solche Dinge gekümmert, ehrenamtlich und mit eigener Finanzkraft wurden Bänke angeschafft, Beckenaufsicht geleistet, eine Beach-Volleyballanlage oder der Kinderspielplatz angeschafft . Das kann der Verein leisten, aber die totale Übernahme wie im „Eckpunktepapier“ (Link) der Verwaltung vorgeschlagen, ist nicht leistbar. Hier muss jeder Partner das machen, was er am besten kann.
Renovierung:
Natürlich ist das Becken 2008 (nicht 2009 wie im Diskussionsvorschlag der Verwaltung) renoviert worden.
Aber vergessen werden sollte auch nicht, dass das Melbbad über eine neue
Filteranlage verfügt, die dem neuesten hygienischen Standard bei der
Wasseraufbereitung entspricht. Natürlich sind die angrenzenden Umkleiden
grenzwertig, und renovierungsbedürftig. Aber das hat sich für die Besucher in
den letzen beiden Jahren nicht deutlich verändert. Und es war scheinbar kein
Grund in andere Bäder zu pilgern, ganz im Gegenteil das Melbbad war gut
besucht: Platz 2 und Platz 3, in der Besucherstatistik aus 2009 und 2010 pro Tag zeigen
deutlich die Akzeptanz.
Zuschußbedarf:
Friesie: Zuschussbedarf rund 138.000 Euro pro Jahr. (Einnahmen:
61.000 Euro, Gesamtbelastung 199.000 Euro)
Melbbad: Zuschussbedarf rund 536.000 Euro pro Jahr. (Einnahmen:
141.000 Euro, Belastung 677.000 Euro)
Römerbad: Zuschussbedarf
rund 714.000 Euro pro Jahr. (Einnahmen: 199.000 Euro, Gesamtbelastung 913.000
Euro)
Rüngsdorf: Zuschussbedarf rund 724.000 Euro pro Jahr. (Einnahmen: 174.000 Euro, Belastung 898.000 Euro)
Ennertbad: Zuschussbedarf
rund 947.000 Euro pro Jahr. (Einnahmen: 154.000 Euro, Belastung 1.101.000 Euro)
Hardtbergbad:
Zuschussbedarf rund 1.258.000 Euro pro Jahr. (Einnahmen: 239.000 Euro,
Gesamtbelastung 1.496.000 Euro)
Und bitte im Hinterkopf behalten: Die Besuchszahlen sind von 2010, die Zuschußbedarfsberechnung von 2009. Bezogen auf das Melbbad bedeutet dies, das 2010 sogar 195.000 Euro an Eintritt eingenommen worden ist, also gut 50.000 Euro mehr als 2009.
Das resultiert aus der späten Öffnung, erst am 2.7.2009 öffnete das Melbbad, bei 71 Öffnungstagen kamen 899 Besucher pro Tag. Das Römerbad hatte bei 104 Öffnungstagen einen Besucherdurchschnitt von 902.
Hier noch mal die „individuellen“ Textpassagen aller Bonner Freibäder und die Zahlen
Hardtbergbad:
Das Hardtbergbad ist das einzige Kombibad in Bonn und
lässt sich durch entsprechende Synergieeffekte wirtschaftlich sinnvoll
betreiben. Andererseits liegt es am Stadtrand und im kleinsten Stadtbezirk. Es
kommt in hohem Maße Badegästen außerhalb Bonns zugute. Die monatliche Besucherzahl
(nur Schwimmhalle) liegt bei 9.000 im Schnitt, den Freibadteil besuchten 2010
rund 90.000 Gäste (Platz 1 der Bonner Freibäder).
Auf Basis der betriebswirtschaftlichen Ergebnisrechung
aus dem Jahr 2009 beträgt der Zuschussbedarf für das Hardtbergbad rund
1.258.000 Euro pro Jahr. (Einnahmen: 239.000 Euro, Gesamtbelastung 1.496.000
Euro)
Melbbad:
Das Melbbad
ist neben dem Römerbad das zweite Freibad im Stadtbezirk Bonn. In der Saison
2010 besuchten dieses Bad, deren Becken 2009 für rund 3 Millionen Euro saniert
wurden, 83.000 Badegäste. Für eine künftige Nutzung muss dringend das marode
Umkleidegebäude saniert werden, was aber gegebenenfalls durch einen Investor
durchgeführt werden könnte.
Auf Basis der
betriebswirtschaftlichen Ergebnisrechung aus dem Jahr 2009 beträgt der
Zuschussbedarf für das Melbbad rund 536.000 Euro pro Jahr. (Einnahmen: 141.000
Euro, Belastung 677.000 Euro)
Ennertbad
Das Ennertbad
ist das einzige Freibad im gesamten Stadtbezirk Beuel und wurde im Jahr 2009
mit hohem Aufwand zum Karibikbad umgestaltet. Dies hat zu einer großen
Steigerung der Besucherzahlen geführt. Vor der Umgestaltung (2008) kamen knapp
50.000 Gäste, in der Saison 2010 waren es über 80.000. Das Ennertbad wird
zurzeit mit einer Solarabsorberanlage ausgestattet, was künftig zu hohen
Energieeinsparungen führen wird.
Auf Basis der
betriebswirtschaftlichen Ergebnisrechung aus dem Jahr 2009 beträgt der
Zuschussbedarf für das Ennertbad rund 947.000 Euro pro Jahr. (Einnahmen:
154.000 Euro, Belastung 1.101.000 Euro)
Römerbad:
Das Römerbad
ist wettkampftauglich und hat als größtes Bonner Freibad entsprechende
Besucherzahlen: 2010 kamen im Tagesdurchschnitt 940 Badegäste - mehr als in
jedem anderen Bonner Bad (94.232 Besucher im Jahr 2009).
Auf Basis der
betriebswirtschaftlichen Ergebnisrechung aus dem Jahr 2009 beträgt der
Zuschussbedarf für das Römerbad rund 714.000 Euro pro Jahr. (Einnahmen: 199.000
Euro, Gesamtbelastung 913.000 Euro)
Friesi
Das Freibad
Friesdorf hat den geringsten Zuschussbedarf aller Bonner Bäder, hat
andererseits aber die wenigsten Badegäste (2010: 33.263; in die anderen Bäder
kommen jeweils mehr als doppelt so viele Besucher). Auf Basis der
betriebswirtschaftlichen Ergebnisrechung aus dem Jahr 2009 beträgt der
Zuschussbedarf für das "Friesi" rund 138.000 Euro pro Jahr.
(Einnahmen: 61.000 Euro, Gesamtbelastung 199.000 Euro)
Rüngsdorf
Trotz seiner
exponierten Lage im zweitgrößten Stadtbezirk liegt das Freibad Rüngsdorf nahe
am Bonner Stadtrand und kommt damit in hohem Maße Badegästen aus benachbarten Kommunen
zugute. Das Bad hat sehr gute Besucherzahlen - mit einem durchschnittlichen
Tagesbesuch von 847 Badegästen liegt es 2010 auf dem zweiten Platz (85.970
Besucher im Jahr 2009). Becken und Technik stammen aus dem Jahr 1993 und
verursachen vergleichsweise geringe Unterhaltungskosten.
Auf Basis der
betriebswirtschaftlichen Ergebnisrechung aus dem Jahr 2009 beträgt der
Zuschussbedarf rund 724.000 Euro pro Jahr. (Einnahmen: 174.000 Euro, Belastung
898.000 Euro)
2012-05-07 22:16 von Admin (0 Kommentare)
Weiterlesen … SPD: Stadt soll ehrenamtliches Engagement fördern
2012-05-05 09:03 von Admin (0 Kommentare)
2012-05-04 00:00 von Admin (0 Kommentare)
2012-05-01 10:59 von Admin (0 Kommentare)
Weiterlesen … Projektbeirat Bäder: 3. Mai, Rathaus Bad Godesberg
2012-05-01 06:45 von Admin (1 Kommentare)
Weiterlesen … Bürgerbeteiligung: Noch bis zum 10.Mai mitmachen
2012-04-30 17:28 von Admin (0 Kommentare)
Weiterlesen … Einen Sommer im Melbbad als Rettungsschwimmer ?
2012-04-30 17:06 von Admin (0 Kommentare)
Weiterlesen … Badöffnung in greifbarer Nähe - Vorstand säubert
2012-04-30 16:39 von Admin (0 Kommentare)
2012-02-21 20:09 von Admin (0 Kommentare)
2012-02-19 17:25 von Admin (0 Kommentare)
2012-02-03 06:00 von Admin (0 Kommentare)
2012-01-25 21:49 von Admin (0 Kommentare)
Weiterlesen … Politik will Klarheit: Alle Freibäder sollen 2012 geöffnet werden
2012-01-25 21:13 von Admin (0 Kommentare)
2012-01-04 20:24 von Admin (0 Kommentare)
Weiterlesen … Politische Spitze im GA Gespräch - Neue Bürgerumfrage im Frühjahr
Einen Kommentar schreiben